Internationale Fachtagung zur therapeutischen und pädagogischen Sprachgestaltung

Mittwoch, 23. – 26. Oktober 2019

Liebe Sprachgestaltungsfachkolleg(inn)en, liebe mit Sprache Arbeitende,
liebe an Sprache Interessierte!

Die Entwicklung der Bewusstseinsseele – des höchsten Seelenglieds des Menschen – seit Beginn der Neuzeit, erfordert vom Menschen eine zunehmend differenzierte Sprachfähigkeit zur adäquaten Wahrnehmung, Bewusstwerdung und Mitteilung seines seelischen Innenlebens. Stattdessen nimmt durch die Nutzung der modernen Technik die Sprachfähigkeit immer mehr ab und als Folge davon die Gewaltbereitschaft immer mehr zu. Dadurch ist der Mensch in seinem Menschsein existenziell gefährdet.

Aus diesem Grund führte Rudolf Steiner in seinem ersten Lehrerkurs im August 1919 – unmittelbar vor der Eröffnung der Waldorfschule in Stuttgart – die Sprachgestaltung ein und ließ ab der dritten Seminarstunde mittels vielfältiger Sprechübungen die angehenden Lehrer/-innen an ihrer eigenen Sprache und Sprachfähigkeit arbeiten. So ist der Impuls der Sprachgestaltung von Anfang an eng und untrennbar mit dem Impuls der Waldorfpädagogik verbunden. Die Sprachgestaltung ist einer ihrer wesentlichen und unverzichtbaren Bestandteile, im Dienst der Entwicklung der Schüler/-innen wie auch der Lehrkräfte.

„Als ob der ganze Körper tanzt“ Rudolf Steiners Gebärden-Ansatz in der Sprachgestaltung

Das Besondere an Condons Erkenntnissen ist, dass der Mensch sich beim Sprechen nicht nur durch sein individuelles Gebaren zeigt, sondern dass seine Mikrobewegungen geformt sind durch die Laute unserer Sprache und rhythmisiert durch den Verlauf von Worten und Sätzen innerhalb der Wort- und Satzgebärde. Diese überindividuellen Bewegungen werden vom Zuhörenden mitvollzogen.
Die Gebärde der Sprache ist also, ob wir es uns bewusst machen oder nicht, – ganz konkret und physisch messbar wirksam.